• Roger

Der aufgeklärte Patient

Ein Besuch beim Zahnarzt löst bei vielen Menschen nach wie vor ein mulmiges Gefühl aus. Die Angst vor einer Behandlung und damit verbundenen Schmerzen ist groß. Dabei sind heutzutage Eingriffe sehr sanft und sicher. Auch wenn einmal eine größere Behandlung ansteht, gibt es keinen Grund zur Panik. Die meisten Patientinnen und Patienten wissen leider dennoch nach wie vor nicht genau, was auf sie zukommt. Deshalb sind verständliche Informationen in der Zahnmedizin so wichtig.



Kommunikation und Information sind die Basis für eine ver- trauensvolle Beziehung zwischen Behandelndem und Patien- ten – gerade dann, wenn eventuell größere Eingriffe mit einer prothetischen Versorgung geplant werden. Im Trialog zwischen Zahnarzt, Dentallabor und Patient sollten alle Fragen im Vorfeld geklärt werden. Was so einfach klingt, ist in der Praxis oftmals dennoch schwierig. Komplexe Sachverhalte brauchen Bilder Welche Implantatlösungen gibt es? Wie verläuft der Eingriff? Warum stehen verschiedene Materialien zur Auswahl? Stän- dige Fortschritte und Erneuerungen in der Zahnmedizin bilden einen komplexen Themenbereich, der für die meisten Patien- ten nur selten verständlich und greifbar ist. Aufklärung und Beratung führen zu einem vertrauens- vollen Verhältnis zwischen Zahnarzt, Zahntechniker und Patient. Doch wie und wo können sich Patienten infor- mieren? Was kann der Zahnarzt oder Laborinhaber tun, um seine Patienten nicht mit Fachbegriffen zu überfrach- ten? Wer im Internet nach dem Wort „Im- plantat“ sucht, erhält in weniger als einer Sekunde etwa 3.320.000 Er- gebnisse. Wie soll sich da ein Patient zurechtfinden? Ganz zu schweigen von Bildern, die eher abschreckend als aufklärend wirken. Den direkten Kontakt zum Patienten hat der Zahn- arzt oder, im weiteren Verlauf einer Behandlung, der Zahntechniker aus dem Dentallabor, der beispielsweise die Farbanpassung des Zahnersatzes mit dem Patienten bespricht. Hier ist der Experte gefragt, welcher den Pa- tienten mit den relevanten Inhalten abholt. kennen die Unterschiede, Laien oftmals nicht. Was zeichnet „gute“ Patienteninforma- tionen aus? „Wichtig ist, komplexe In- halte auf das Wesentliche zu reduzieren. Fachliche Illustrationen und Animatio- nen zeigen Patienten anschaulich, wie ein Eingriff funktioniert. Doch auch hier ist es wichtig, auf Details zu achten“, erklärt Christian Streckert, Geschäfts- führer der Agentur dentalmedia in Essen. Seit 18 Jahren betreut er Kun- den aus der Dentalbranche. „Wir arbei- ten mit Fachärzten, Grafikern sowie IT-Spezialisten zusammen und haben ein ineinandergreifendes und von der Industrie unabhängiges System entwi- ckelt, um Patienten verständlich zu in- formieren. Dazu gehören Karten, Tafeln, Illustrationen, Animationen und eine kostenlose App, die der Zahnarzt auf seinem Tablet im Gespräch mit dem Patienten einsetzen kann“, erläutert Christian Streckert. Sortimentastisch. Alles, was mein Labor braucht: von Kunststoff- über Gips-, bis hin zur Metallbearbeitung, alles aus einer Hand. www.kometstore.de/lovethejob WIRTSCHAFT „Wichtig ist, komplexe Inhalte auf das Wesentliche zu reduzieren. Fachliche Illustrationen und Animationen zeigen Patienten anschaulich, wie ein Eingriff funktioniert. Doch auch hier ist es wichtig, auf Details zu achten.“ Seriöse Inhalte sind objektiv Viele Hersteller bieten Informationen zu ihren eigenen Produkten. Mit kleinen Vi- deoclips, Bildern oder Broschüren wer- den die Vorzüge von Implantaten, trans- parenten Schienen zur Zahnkorrektur oder Kronen und Brücken beschrieben. Doch dabei handelt es sich in den meis- ten Fällen um Werbeversprechen und keine objektiven Inhalte. Das merkt auch der Patient. Deshalb haben sich einige Fachagen- turen, Gesellschaften und Portale auf den Bereich der Zahnmedizin speziali- siert und bieten hochwertige, objektive Informationen für Patienten. Die Quali- tät der Inhalte schwankt. Experten er- Wer sich etwa über Implantate informie- ren möchte, sieht anhand einer Grafik zunächst den Aufbau der künstlichen Zahnwurzel, die in Stichworten beschrie- ben wird. Eine kurze, vertonte Animation von eineinhalb Minuten veranschaulicht den Ablauf der Behandlung. Auf der Web- site der Zahnarztpraxis oder des Labors steht weiterer Content, der zusätzliche Informationen liefert, zur Verfügung. Der Patient kann entscheiden, wie tief er in das Thema eintauchen möchte. Kommunikation von Zahnarzt und Laborinhaber optimieren Wer gut informiert ist, kann die richtige Entscheidung über die eigene Gesundheit treffen. Gerade, wenn es um Zahnersatz geht, der für viele Menschen eine große Rolle spielt, sollten sich Patienten die Zeit nehmen. Oftmals wird aus dem Bauch entschieden. „Warum sollte ich eine hochwertige Krone nehmen, wenn es eine günstige Alternative gibt?“, lautet die Devise. Dabei kann es sinnvoller sein, an anderer Stelle zu sparen, aber nicht, wenn es um das eigene Wohlbefinden geht. Eine hochwertige Prothetik ist zwar in der Regel teurer, dafür sitzt sie perfekt, wirkt natürlich und hält länger. Auch in puncto Material gibt es deutliche Unterschiede. Hierzu- lande verwenden die meisten Dentallabore CE-geprüfte Ma- terialien, die biokompatibel sind, keine Allergien auslösen und mit einem Qualitätssiegel versehen sind. „Wer billig kauft, kauft zweimal – dieser Spruch bewahrheitet sich oftmals in der Realität. Deshalb ist es ratsam, Vor- und Nach- teile zu kennen und genau abzuwägen. Die Kommunikation zwi- schen Zahnarzt und Labor verkürzt sich, wenn der Patient ver- ständlich informiert wurde“, so der Essener Geschäftsführer. Gute Patienteninformationen enthalten zudem Angaben über Verfasser und Quellen und basieren auf wissenschaftlichen Grundlagen. Sie sind für Laien leicht verständlich, objektiv ge- schrieben und informieren auch über mögliche Alternativen.




Fazit Im Austausch zwischen Zahnarzt und Laborinhaber sollte der Patient stärker in den Fokus gerückt werden. Digitale Medien sind heutzutage für jeden zugänglich und die Chance, seine Zielgruppe schnell, seriös und verständlich zu informieren, groß. Zufriedene Patienten sind die beste Referenz für Zahnmediziner und -techniker. Eine passende Synergie entsteht, wenn das Labor dem Zahnarzt leichte und verständliche Patienteninfor- mationsmittel zur Verfügung stellt, die unabhängig von Hersteller- interessen entwickelt wurden. Diese Informationen helfen, das gemeinsame Produkt von Zahnarzt und Labor – die Prothetik – dem Patienten näherzubringen, es zu verstehen und sich hie- raus für das „Richtige“ zu entscheiden. Zudem ist diese aktive Bindung des Zahnarztes an das Labor eine Synergie, von der der Patient, der Zahnarzt und natürlich auch das Labor lang- fristig profitieren.

Christian Streckert ZWL Zahntechnik Wirtschaft Labor – 3/2021

10 Ansichten0 Kommentare

Roger kennenlernen? 

Jetzt einen Termin buchen

Sie wollen Informiert bleiben?

Für den Newsletter anmelden

Danke für den Einwurf!